Und schwupps. Gleich zu Beginn nimmt das neue Jahr, ihr drittes, ziemlich rasant an Fahrt auf, geht trotz Nebel scharf in die Kurve und wird mit Herausforderungen konfrontiert, die plötzlich aus dem Hinterhalt auftauchen und sich dann aber mit klaren Konturen zeigen, da kann einem schon mal der Kopf schwirren. Und so schauen die beiden einmal ganz in Ruhe zurück.
Bald ist es soweit, die letzten Tage in der alten Wohnung an der Küste sind angebrochen und Freya hat schon wochenlang mit ihrem Miniauto Kartons über Kartons rübergewuchtet. Treppe runter und Treppe wieder rauf. Nicht, dass Bruno ihr nicht helfen möchte, aber Freya ist eigenwillig und so darf er ihr nur bei den ganz schweren Möbeln helfen. Ehre hin oder her.
Es beginnt das Abenteuer ZUSAMMENLEBEN von Freya von Hansen und Bruno Olle Petersen, beide schon im fortgeschrittenen Alter, wenn auch in verschiedenen Wohnungen und wenn auch die Zwischenwand noch erst eingebaut werden muss.
Die Handwerker kommen kurze Zeit später ins Haus und ruckzuck steht die Zwischenwand und trennt das Reich von Bruno und Freya. Glücklicherweise liegen die krass stürmischen Zeiten mit all ihren existentiellen Dramen inzwischen hinter ihnen, vergessen sind sie jedoch nicht. So eine Zwischenwand hilft da vielleicht. Einfach Schlüssel umdrehen und man hat seine Ruhe. Alles könnte jetzt so schön werden! Doch vorerst hat Freya Backenzahn und Corona. Bruno auch.
Ein komplett anderes Leben beginnt. Gemeinsam frühstücken, sinnieren und lachen, gemeinsam an einem Strang ziehen, ab und an ein warmes Bett teilen und vor der Glotze abhängen und wenn es einem schlecht geht, Trost bekommen oder geben. Oder Witze erzählt bekommen. All das und noch viel mehr nämlich. Auch unterschiedliche Meinungen und lange Diskussionen haben, lautstark streiten, nachgeben, weich bleiben, aufeinander zugehen und sich wieder versöhnen. Brunos schlechte Gewohnheiten aushalten, sie hat selbstredend keine. Klar. Wachsen und sich verändern und es immer wieder neu versuchen. Miteinander träumen und die eigenen Träume beim Frühstück austauschen. Das Zusammenleben erweist sich als erstaunlich leicht und sie fühlt sich wohl, auch wenn die frühere Nähe zum Wasser fehlt und die Spaziergänge dort. Doch wenigstens ist der Weg immer noch nicht weit und das Schwimmen am Abend entschädigt ein wenig für den Verlust und auch andere Freunde hängen dort ab. Einmal das Wasser und die dänische Küste angucken, in die Fluten stürzen, abtauchen und den Alltag hinter sich lassen tut so gut.
Trotz aller Unruhen und Krisen da draußen groovt sich das Hof-Leben in ihrer kleinen Welt so langsam ein. In diesem beschaulichen Flecken inmitten der Pampa. Und bewegt sich zwischen den notwendigen Arbeiten eines Bauern und einer Freischaffenden, Besuchen von Nachbarn, Freunden und Familie, vom Hobby-Schrauber aus der Scheune und Reifen-sammelnden-und-nach-Afrika-verschickenden-Typen hinter der Scheune, erfrischender Gartenarbeit, leidiger Hausarbeit, Katzenfüttern, gemeinsamem Kochen, wöchentlichem Sport und Tanz-Training, gelegentlich nervigen Arzt-Terminen und monatlichem Ehrenamt hin und her.